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Burschenschaft

Für die Ziegenhainer Burschen, die bereits auf über 60 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken, ist die Salatkirmes der Höhepunkt jedes Jahr.

Wir freuen uns, dieses Traditionelle Heimatfest mit ausrichten zu dürfen und versuchen, Ihnen liebe Besucher, den Aufenthalt in Ziegenhain so angenehm wie möglich zu gestalten.

Bei allem Stolz auf Tradition und Geschichte ist es auch ein Anliegen der Burschenschaft, bei der Gestaltung des Festprogramms offen zu sein für Neues. Das gerade bei Konzert-Events am Sonntagabend das junge Publikum auf seine Kosten kommt, ist natürlich Interesse der Burschenschaft als einem Verein junger Ziegenhainer.

Burschenschaft mit Fahne
Burschen mit "Heiligtum"

Geschichte der Burschen-schaft Ziegenhain

Seit 1728 feiert man in Ziegenhain die Salatkirmes. Bis zum Jahre 1934 wurde diese von verschiedenen Ziegenhainer Vereinen -Feuerwehr, Club Edelweiß, Knüllgebirgsverein- organisiert und gestaltet.
Von 1935 bis 1939 schalteten sich die Parteiorganisationen ein und versuchten das Traditionsfest zu einem Volkstumsfest umzugestalten.

Montagsumzug Burschenschaft

Kirmesburschen beim Montagsumzug

Salatkirmes 1950 (Monatgsumzug)

Nach dem Zusammenbruch waren alle Organisationen verboten und Vereine noch nicht wieder erlaubt. Die Jugend hatte keine Gelegenheit zu gemeinsamen Veranstaltungen. Der Rosengarten diente dem Klub der amerikanischen Soldaten als Klublokal.

Salatkirmes 1950 (Monatgsumzug)

Kirmesburschen 1947

Einige Ziegenhainer Jungens, die bereits aus dem Krieg zurückgekehrt waren und Mädchen trafen sich in ihrer Freizeit im Schützenwald in einer Baracke am Schießstand um sich zu unterhalten und bei Akkordeonmusik tanzen zu lernen; seit fünf Jahren war ja in Deutschland nicht mehr getanzt worden und man konnte es dadurch auch nicht.

Kirmeseröffnung
Burschenschaft am Kirmesmontag im Jahre 1947

Zu Beginn des Jahres 1946 kam der Wunsch auf, auch die Kirmes wieder zu feiern. Ohne Genehmigung der Besatzungsmacht war dieses nicht möglich. Ewald Weilbächer, Theo Luckhardt und Wilhelm Luckhardt faßten jedoch den Entschluß, es zu versuchen.
Ewald Weilbächer sprach mit Sergant Schäfer von der Besatzungsmacht, der in Ziegenhain als oberste Polizeibehörde galt und das Sagen hatte. Er verschloß sich dem Wunsch nicht und sagte "OK".

Kirmeseröffnung im Festzelt

Hierdurch war die erste Hürde genommen und der Rosengarten stand am 2. Sonntag nach Pfingsten der Jugend von Ziegenhain zur Verfügung. Die zweite Schwierigkeit bestand in der Beschaffung von Musik. Alle Musiker waren für die Amerikaner verpflichtet. Hier half Landrat Treibert weiter, indem er eine Kapelle, die in Gilserberg auf einer Veranstaltung der KPD spielen sollte, für die Veranstaltung im Rosengarten verpflichtete. Nachdem am Samstag noch die Amerikaner in dem Saal gefeiert hatten, konnten am Sonntag dann die Ziegenhainer feiern.

Kirmesburschen in Historischer Uniform

Bierstand Anzapfen

Burschen in historischer Uniform

Die Burschen hatten das Sternenbanner mit einem weißen Bettuch zugehängt und auch noch den Amerikanern gehörenden Fass Wein ausgetrunken. Hieraus ergab sich zwar nachträglich noch Arger mit den Amerikanern, aber die Ziegenhainer Kirmes war zu neuem Leben erwacht und der Grundstein für die Burschenschaft Ziegenhain gelegt.

Bierstand in der Allee

Im Jahre 1947 hatten sich dann die Verhältnisse wieder etwas normalisiert und die Kirmes konnte in alter Form in der Allee mit Zelt, Tanzboden, Karussells und Buden gefeiert werden.
In den folgenden Jahren wurde die Vereinsarbeit der Burschenschaft intensiviert. Neben der Gestaltung der Kirmes wurden Wintervergnügen, Maskenbälle im Rosengarten und Sommervergnügen mit Tanz und Kinderbelustigung im Schützenwald veranstaltet.


Es wurde ein Jugendchor gegründet, gesungen und musiziert. Auch die Umzüge mit Trachten und historischen Darstellungen bildeten, wie vor dem Krieg, auch bald wieder den Höhepunkt der Kirmes. Ebenso gehörten die humoristischen Umzüge am Kirmesmontag bald wieder zum festen Bestandteil der Kirmes.

Als Nachfolger von Ewald Weilbächer wurden 1951 Karl-Heinz Glänzer und später Willi Spanknebel gewählt.

Schweigemarsch der Kirmesburschen

Schweigemarsch und Kranzniederlegung

Da die Ziegenhainer Salatkirmes in der Folgezeit immer größer wurde und die Arbeit von der Burschenschaft und der Feuerwehr allein nicht mehr bewältigt werden konnte, entstand in den 50er Jahren der Kirmesausschuß als städtische Kommission, dem der Vorsitzende der Burschenschaft immer angehört und somit die gesamte Burschenschaft an der Gestaltung der Kirmes mitarbeitet.

Im Jahre 1966 erfolgte die Eintragung der Burschenschaft Ziegenhain als eingetragener Verein in das Vereinsregister beim Amtsgericht.
Der Vorstand bestand aus:
1. Vorsitzender Manfred Bartsch
2. Vorsitzender Ernst Watzal
1. Kassierer Stanislaus Zavrel
2. Kassierer Georg Scherber
1. Schriftführer H.R. Rink
2. Schriftführer Uli Fuhrmeister

Dem Vorstand gehörten weiter an : Gerd Hehlgans, Helmut Steinbrecher, Gerhard Möller, und Ernst Burri.


Motagsumzug der Burschenschaft Ziegenhain

Montagsumzug

Seit 1966 waren die Ziegenhainer Burschen immer auf der Suche nach einem geeigneten Vereinsraum der regelmäßige Zusammenkünfte der Vereinsmitglieder und somit echte Vereinsarbeit erst ermöglicht.
Nachdem man zuerst in einer Baracke im Schützenwald Unterkunft gefunden hatte, wurde später ein Raum in einer Halle im Steinweg zum Vereinsheim umfunktioniert.

Übergangsweise stand der Burschenschaft zwischenzeitlich auch der alte Rathaussaal zur Verfügung, bis später in der alten Volksschule geeignete Räumlichkeiten geschaffen werden konnten. Der Kirmesausschuß errichtete im Jahre 1986 in Zusammenarbeit mit den Kirmesburschen auf dem Gelände hinter alten Volksschule eine Halle, die zur Unterbringung von Kirmesgerätschaften genutzt wird. In diesem Gebäude fanden auf die Kirmesburschen ihr neues Zuhause. Die Einweihung der Halle sowie des neuen Vereinsraumes folgte ein Jahr später mit einem Ehemaligentreffen.

Burschenschaft bei Kirmeseröffnung

Kirmeseröffnung im Festzelt

Die Haupttätigkeit der Burschenschaft ist die aktive Mitarbeit bei der jährlich stattfindenden Salatkirmes gerichtet. Außerdem wird traditionsgemäß alle zwei Jahre ein humoristischer Umzug am Kirmesmontag unter alleiniger Regie der Burschenschaft durchgeführt. Dieser erfordert die Mitarbeit vieler Burschen schon in den Wintermonaten.
Fester Bestandteil im Jahresablauf ist neben der Kirmes und der Jahreshauptversammlung das Aufstellen des Maibaumes vor dem Rathaus sowie gemeinsame Fahrten und spontan veranstaltete Feste, wie Osterfeier, Weihnachtsfeier usw.

Unser Vereinsraum ist immer freitags zum gemütlichen Beisammensein geöffnet, zu dem wir alle interessierten Jungs aus Ziegenhain gerne einladen.